Strupp´sche Villa

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Kommende Veranstaltungen an diesem Ort

„Reden Sie mit allen. Glauben Sie niemandem. Auch mir nicht.“ – Moses Sachs und das Heilige Land vor 175 Jahren.

Vortrag von Christoph Gann

Mit einem historisch-literarischen Vortrag erinnert die B.M. Strupp-Stiftung auch in diesem Jahr an den Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel von Oktober 2023, bei dem ca. 1200 Menschen getötet wurden. Zudem wurden etwa 240 Kinder, Frauen und Männer als Geiseln in den Gaza-Streifen verschleppt. 

Sachbuchautor Christoph Gann wirft einen Blick zurück in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht dabei Moses Sachs, der gebürtig aus Dreißigacker stammte. Vor 175 Jahren schrieb er in einer deutschen jüdischen Zeitung: „Ich nehme mir zum ersten Mal die Freiheit, vom heiligen Lande aus Ihnen zu schreiben; schon mehrere Jahre hege ich den Wunsch, daß das heilige Land in einem bessern Zustande sein möge, als gegenwärtig der Fall ist ...“. Sachs wohnte damals bereits zwanzig Jahre in Jerusalem. Er gilt damit als erster deutscher Jude der Neuzeit, der sich in Palästina niederließ. Bekannt wurde er als „der schöne Rabbiner“. So bezeichnete ihn der Schriftsteller und Landschaftsgestalter Fürst Pückler-Muskau nach einer Begegnung in Susa (Tunis). Sachs habe in einem langen religiösen Gespräch „feurigen Glauben und eben so viel Toleranz gezeigt.“ Auch Ludwig Bechstein verewigte Sachs und seine Schönheit literarisch.

Auf Reisen durch Europa, um Spenden u.a. für den Bau von Wohnungen für Arme in Jerusalem zu sammeln, traf Sachs auf christliche und jüdische Persönlichkeiten. In München erregte er Aufsehen als Student. Andernorts wurde vor ihm gewarnt und er kam in Polizeigewahrsam. Bechstein kommentierte dazu: „Du hast ein undankbares Vaterland. Unschuld muß viel leiden!“ Für englische und deutsche Zeitungen berichtete Sachs über die Zustände im Heiligen Land. Er sprach offen aus, was er dachte. Das gefiel nicht jedem. Einem Schriftsteller aus Österreich gab er den Rat: „Reden Sie mit allen. Glauben Sie niemandem. Auch mir nicht.“ An Moses Sachs wird auch in der Dauerausstellung zur jüdischen Geschichte im B.M. Strupp Lern- und Gedenkort erinnert (geöffnet donnerstags von 16:00 bis 18:00 Uhr).

Ort: Strupp`sche Villa, B.M. Strupp Lern- und Gedenkort - Jüdische Geschichte und Antisemitismus
Veranstalter: B.M. Strupp-Stiftung
Eintritt frei

Foto von Moses Sachs (Nachweis: Reproduktion B.M. Strupp-Stiftung)

Mittwoch, 07. Oktober 2026 - 18:00
Raoul Wallenberg und die Rettung der Budapester Juden 1944/45

Kreativ, unüblich, manchmal waghalsig - mit derartigen Mitteln rettete Raoul Wallenberg 1944/45 als schwedischer Diplomat in Budapest mehrere 10.000 Jüdinnen und Juden vor dem Holocaust. Die Rote Armee verschleppte ihn bei ihrem Einmarsch in der ungarischen Hauptstadt nach Moskau, schon wenig später verliert sich seine Spur. Trotz internationaler Bemühungen um Aufklärung liegt sein Schicksal noch immer im Dunkeln. Weltweit sind Straßen, Plätze und Einrichtungen nach Raoul Wallenberg benannt. Er wurde vielfach geehrt und in Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet. In Deutschland ist der schwedische Retter bis heute nur Wenigen ein Begriff. 

Das Live-Feature bringt ihn dem Publikum näher; in einer ungewöhnlichen Komposition aus Vortrag, Lesung, Musik sowie Original-Tönen von Zeitzeug/innen. 

Idee und Konzeption stammen von Anna Gann, die über 15 Jahre als Autorin für ARD-Hörfunksender tätig war. Der Schauspieler Enno Hesse liest Texte des bekannten ungarischen Schriftstellers Ernö Szép, der durch einen sogenannten schwedischen „Schutzpass“ den Holocaust überlebte. Christoph Gann, Autor einer Ausstellung und Raoul Wallenbergs Biograph („So viele Menschen retten wie möglich“, erschienen bei C.H. Beck und dtv) berichtet über dessen Wirken in der ungarischen Hauptstadt und die ungelösten Frage zu seinem Verbleib. Anna Gann (Sopran) und Bettina Linck (Harfe) musizieren Werke verfolgter ungarischer Komponisten und mit Hilfe von Einspielungen aus Interviews malen die Halbschwester Wallenbergs sowie Mitarbeiter der schwedischen Gesandtschaft ein eindrückliches Hör-Bild des jungen unkonventionellen Diplomaten und der damaligen Ereignisse.

Samstag, 24. Oktober 2026 - 19:00 bis 22:00

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