Vortrag von Christoph Gann zum Jahrestag der Deportation von 1942
Auch in diesem Jahr erinnert die B.M. Strupp-Stiftung an die größte Deportation Thüringer Juden von Mai 1942.
Aus ganz Thüringen mussten sich hunderte jüdische Kinder, Frauen und Männer am 9. Mai 1942 in Weimar einfinden. Sammellager war die Viehauktionshalle.
In kühler Sprache waren sie wenige Tage zuvor informiert worden, dass sie „behördlicherseits für einen Umsiedlungstransport vorgesehen sind.“ Es folgte die Bitte, „sich mit Ruhe in das Unabänderliche zu fügen“.
Christoph Gann widmet sich in seinem Vortrag den damaligen Ereignissen. Er geht dabei auch auf Zeitzeugnisse ein, aus denen neben Angst auf die Zukunft auch Hoffnung herausklang.
Zu den Deportierten gehörten auch Max Friedmann und seine Frau Anna aus Römhild. Er schrieb an seine ausgewanderten Kinder: „Sollten wir Beide oder einer von uns die schlimme Zeit nicht überstehen trotz allergrößter Anstrengung, so bewahrt uns ein gutes Gedenken, denkt an Eure glückhafte Jugend, denkt daran, wie Mama und ich alles darangesetzt haben, um Euch vor Sorgen zu schützen“.
Die Deportation ging in das Ghetto Bełżyce im Distrikt Lublin und umfasste über 500 Personen aus Thüringen, darunter 75 Kinder und Jugendliche. Zu den 41 Deportierten aus Meiningen gehörten fünf Mitglieder aus der Familie Stein, darunter die 14-jährige Erika und der 17-jährige Stefan. Auf Initiative der B.M. Strupp-Stiftung wurde der Steinweg in Meiningen vor vier Jahren dieser jüdischen Familie gewidmet.
- Eintritt frei -
Samstag, 09. Mai 2026 - 18:00