Vortrag von Christoph Gann
Im Jubiläumsjahr zum 200. Geburtstag von Herzog Georg II. widmet sich Christoph Gann einem bisher unerforscht gebliebenen Thema: Georg II. und die Juden.
Hinlänglich bekannt ist Georgs Verärgerung über das Fernbleiben der protestantischen Geistlichen bei der Einweihung der Synagoge am 14. April 1883 in Meiningen - und die Lektion, die er ihnen erteilte. Seine Worte gegen den Antisemitismus anläßlich einer anderen Synagogenweihe hallten gar bis in die NS-Zeit nach.
Wie wurde Georg II. aber von den unterschiedlichen Seiten wahrgenommen und wie vorurteilsfrei war er? Aufgezeigt werden sowohl jüdische als auch antisemitische Reaktionen.
Gann widmet sich dabei auch einem Theaterstück, welches Aufsehen erregte und andernorts verboten wurde. Spekuliert wurde, dass der Herzog die Erstaufführung in Meiningen nicht nur selbst inszenierte, sondern auch der Autor war. Bei der Aufführung soll es zu judenfeindlichen Rufen gekommen sein.
Christoph Gann ist Vorstandsvorsitzender der B.M. Strupp-Stiftung und Sachbuchautor. Auf der wissenschaftlichen Tagung zum 100. Todestag Herzog Georgs II. im Jahre 2014 hatte sich Gann bereits mit dem Thema Herzog Georg II. und die Todesstrafe befasst.
Abbildung: Titelillustration eines Buchs von 1893, in dem Georg II. für seine Worte gegen den Antisemitismus gewürdigt wurde. (Reproduktion: C. Gann)