Hoffmanns „Das Fräulein von Scuderi“ war 1819 die erste deutschsprachige Kriminalgeschichte. 107 Jahre später macht Paul Hindemith mit „Cardillac“ aus dem Stoff einen Opernkrimi nach dem Geschmack der Zeit: ein rhythmusgetriebener 20er-Jahre-Dreiakter von nicht viel mehr als 90 Minuten. „Cardillac“ wird in der Fassung von 1926 in Meiningen exakt 100 Jahre später erstmalig aufgeführt.
In Paris geht ein Serienmörder um, der seinen Opfern den Schmuck abnimmt, den diese zuvor beim angesehenen Goldschmied Cardillac erstanden haben. Keiner ahnt, dass Cardillac selbst der Täter ist, der sich von seiner Kunst nicht trennen kann. Der Goldschmied ist ein Getriebener, dessen mörderischer Wahn sogar den Liebhaber seiner Tochter trifft.
Nicht nur einen düsteren Krimi, sondern mehr noch ein Künstlerdrama schuf Hindemith, der den Fokus auf die Konflikte zwischen der gesellschaftlichen „Normalität“ und dem Anderssein des Einzelnen lenkt. Musikalisch mischt er nüchtern-sachliche Töne mit neobarocken Fugen- und Passacaglia-Formen in einem Wechselspiel von Bewegung und Statik. Mit melodischen Linien und Polyphonie setzt der Komponist in einer widersprüchlichen Zeit auf Mechanisierung und Versachlichung im bewussten Kontrast zum Pathos des aufkommenden Nationalsozialismus.
- Veranstaltungsort
- Staatstheater Meiningen, Großes Haus
10.415863
50.573265
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