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Zusatzinformationen

Stadtwald

Forstbetriebliche Grunddaten

Ansprechpartner
Forstliche Betriebsfläche 1.986 ha 
Höhenlage 270 bis 711 m üNN 
Mittlere Lufttemperatur 2019 9,4 ° C 
Durchschnittlicher Niederschlag 2019 637 mm 
Grundgestein Unterer Muschelkalk mit kleinen Flächen auf Kalkton, Lößlehm und Lehm 
Wuchsgebiet Meininger Muschelkalk, Südthüringer Buntsandstein, Stedtlinger Gebiet
überwiegend vorkommende Waldgesellschaften Kiefer, Fichte, Buche
Personalausstattung 2 Forstwirte, 1 Forstwirtschaftsmeister

Ansprechpartner

Stadt Meiningen Herr Dummer, 0151/42213-072

RL Meiningen Herr Weibrecht, 0172/3480374

RL Wallbach Herr Schulz, 0172/3480226

RL Stepfershausen Herr Kretzer, 0172/3480229

Forstamt Kaltennordheim, 036966/83600

 

Forstbetrieb

Der Stadtwald Meiningen wird von der Stadt Meiningen seit 01.06.1994 wieder selbst bewirtschaftet. Grundlage für die Bewirtschaftung ist das am 05.02.2019 vom Stadtrat Meiningen beschlossene Konzept  -Wald für Meiningen 2100 "Betriebsstrategie für den Stadwald Meiningen"-.

Ein Vertrag über die forsttechnische Leitung und dem forsttechnischen Betrieb mit dem Thüringen Forst – Anstalt des öffentlichen Rechts – und die Mitgliedschaft in der Forstbetriebsgemeinschaften Herpf, Stepfershausen und Metzels-Wallbach sichern die fachliche Betreuung des Waldes.

Zertifizierung

Im Februar 2019 beschloss der Stadtrat, dass der Kommunalwald der Stadt Meiningen nach dem „Lübecker Modell“ und den „Naturland Richtlinien für eine ökologische Waldnutzung“ bewirtschaftet werden soll. Die Prüfung der Waldbewirtschaftung fand im Juni statt und am 31.07.2019 erhielt die Stadt Meiningen das Naturlandzertifikat. Im Fokus stehen hierbei insbesondere die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit sowie die Waldbewirtschaftung mit dem Ziel der Entwicklung eines klimastabilen, vorratsreichen Dauerwaldes. Weiterhin werden  nicht bewirtschaftete Referenzflächen ausgewiesen, die eine langfristige Beobachtung zu den natürlichen Vorgängen der Waldentwicklung zulassen und die Möglichkeit bieten, die daraus abgeleiteten Erkenntnisse in die Behandlung der Wirtschaftswälder einfließen zu lassen.

Jagd

Die Wildbestände sollen so reguliert werden, dass die natürliche Verjüngung der Baumarten ohne Hilfsmittel, d. h. ohne Schutzzaun, möglich wird. Hierzu bedarf es einer engen Zusammenarbeit zwischen den Revierleitern, den Jägern und dem Waldbesitzer. Die Stadt Meiningen hat die Ausübung der Jagd im Stadtwald an einheimische Jäger verpachtet. Es bestehen 7 Eigenjagdbezirke.

Kulturgut Wald/Erholungswald

Vor über 200 Jahren wurde mit der flächigen Neubegründung der Wälder um Meiningen auch der Grundstein für ein einzigartiges Naherholungsgebiet direkt vor der Haustür gelegt.

www.meiningen.de/Tourismus-Kultur/Natur-erleben

Der Stadtwald ist dem Gemeinwohl verpflichtet und wird dabei als Wirtschaftsfaktor, Schutzfaktor, als den Bürgern dienender offener Erlebnis- und Erholungsraum sowie als natürliche Lebensstätte für Tiere und Pflanzen in einem vernetzten Ökosystem betrachtet. Er soll in hoher Verantwortung gegenüber dem Menschen und der Umwelt bewahrt, genutzt und geschützt werden.

Forstgeschichte

2019
6. Jh.  Besiedlung des Werratals durch einwandernde Franken
bis 12. Jh Schlechter Waldzustand durch Raubwirtschaft, fehlende Pflege und versäumte Nachpflanzung
1341  Bischof Otto II. von Wolfstehl schenkt der Stadt die Haßfurtwaldung
1745-1768           Dank Bürgermeister Derk wird dem Wald wieder Achtung geschenkt, Aufforstung in der Kalten Staude durch Kiefernsaat
1801-1843          Bestehen der Forstakademie in Dreißigacker und damit verbunden eine Verbesserung der forstwirtschaftlichen Verhältnisse
1808-1815          Aufnahme und Taxation des städtischen Waldes durch Herrle, 366 ha
1815   Übergang zur planmäßigen Bwirtschaftung, schlagweise Hauung, natürliche Verjüngung und Lückenbepflanzung
1839 bis zum Beginn 20.Jh.  Aufforstung im Umfang von ca. 700 ha
1933    Beginn der Umwandlung der Fichten- in Mischbestände
1933 - 1945        Verzögerung des Waldumbaues durch häufigen Personalwechsel und erhöhten Holzbedarf während des Krieges
1952  Übergang des Stadtwaldes in Volkswald
1958      Der Nadelholzanteil beträgt noch 95 % der Fläche
bis 1990            Bewirtschaftung durch den Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb der DDR
1952 - 1978    Beginn der Umwandlung der Fichtenbestände in Mischbestände
1990  Vergrößerung des Stadtwaldes um ca. 300 ha durch die Eingemeindung der Gemeinde Dreißigacker
1994  Rückführung des Stadtwaldes in das Eigentum der Stadt Meiningen, Bewirtschaftung mit Unterstützung des Thüringer Forstamtes Meiningen
2002 Der Stadtrat beschließt den Stadtwald nach den Richtlinien des FSC für Deutschland zertifizieren zu lassen
2003

Der Stadtrat beschließt die Betriebsziele für die Bewirtschaftung des Stadtwaldes

2004 25.02.2004 Verleihung des FSC® -Zertifikates
2009 Rezertifizierung und Fortführung der Zertifizierung bis 24.02.2014
2010 Vergrößerung des Stadtwaldes um ca. 600 ha durch die Eingemeindung der Gemeinde Herpf
2012 Der Stadtrat beschließt, den gesamten Stadtwald gemeinsam mit anderen Waldbesitzern in der Forstbetriebsgemeinschaft Herpf zu bewirtschaften
2014 Rezertifizierung, Zertifizierung bis 2019

2019

Vergrößerung des Stadtwaldes um ca. 78 ha durch die Eingemeindung der Gemeinden Wallbach und Henneberg

Beschluss des Konzeptes -Wald für Meiningen 2100 "Betriebsstrategie für den Stadtwald Meiningen"-

31.07.2019 Verleihung des Zertifikates durch den Naturland-Verband für ökologischen Waldbau e. V., Mitglied in der FSC-Gruppenzertifizierung der Naturlandwaldbetriebe

2020

Vergrößerung des Stadtwaldes um ca. 376 ha durch die Eingemeindung der Gemeinde Stepfershausen