Direkt zu:
english
Zusatzinformationen

RE:FORMATION - JETZT HIER ...

Ausstellung in drei Wandlungen
10.06. bis 24.09.2017

Welche Reformation steht heute hier an? Wie kann sich der Mensch den lokalen und globalen Alltagsanforderungen gleichermaßen anpassen oder diese wieder an sein natürliches Da-Sein? Die Stadt Meiningen nimmt das historische Ereignis „der Reformation“ und deren Gedenken zum Anlass, um darüber hinaus die überzeitlichen und allgemein-menschlichen Dimensionen eines Re-formierens bildnerisch aufzugreifen. Dem täglichen Wandel folgend, wird der Ausstellungs-Zeit-Raum in ein Kunst-Labor verwandelt.
Drei Mal wechseln Thema und Exponate. Die Betrachter können sich über die teilweise interaktiven und akustischen Raum-Installationen mit ihren Gefühlen, Sinnen und Gedanken selbst erforschen.

Teil I: 10.06. – 16.07.2017
Künstlerische Existenz als Selbstschöpfung
Raum-Klang-Installationen von sechs Künstlern

Der erste Teil widmet sich der Künstlerischen Existenz als Selbstschöpfung. Vorgestellt werden 6 Künstler, bei denen die künstlerische Arbeit mit dem Alltag untrennbar verschmilzt, die ihr Lebensumfeld selbst bildnerisch gestalten und sich extreme äußere Rahmenbedingungen für ihre Arbeit schaffen oder diese aufsuchen.

Eva Warmuth und Franz Probster Kunzel, beide aus der Landwirtschaft kommend, gestalten ein Wechselspiel zwischen Galerie-Innenraum und Park-Außenraum. Darin flechten sie eigenständige Kunstwerke ein.
Michael Hoepfel zeigt neben Ikonen als avantgardistischer Medienkünstler eine 3-D-Animation sowie transorganische künstliche Wesen. Konrad Henker gestaltet eine Installation mit Grafiken von Gletschern, Teilen seiner Hochgebirgs-Ausrüstung sowie Ton- und Videoaufzeichnungen. Dieser Raum lässt den existenziellen Zusammenhang vom druckgrafischen Arbeiten, Überleben in eisigen Höhen und ganzheitlichen Selbst-Wahrnehmen aufscheinen.
Im letzten Raum werden drei Gemälde von Elke Daemmrich Bestandteil einer von Klaus Nicolai gestalteten Altarsituation, die Bild, Abbild, Schrift, Klang und heilig profane Alltäglichkeit verbindet. Die abstrakt-konkreten wie auch farbintensiv-floralen Malereien bringen ein von Südfrankreich – die Wahlheimat der Dresdner Künstlerin – geprägtes Lebensgefühl nach Südthüringen.

Teil II: 22.07. – 27.08.2017
The End of TV – Altäre der Moderne
Interaktive Raum-Klang-Installationen / Transformative Räume

Der Teil II des Wandlungsprozesses ereignet sich in zweifachem Sinne als eine modellhafte Re-Formation: Zum Einen als künstlerisch-ästhetische Trans-Formation der ada-Räume 3 (Primo Tempore – In der ersten Zeit von M. Hoepfel) und 4 (RELIGIO – VON ANGESICHT ZU ANGESICHT von E. Daemmrich und K. Nicolai). Zum Anderen als eine Re-Modellierung des Übergangs von der Epoche der Tele-Visionen zum Internetzeitalter. Das markanteste Merkmal dieser digital-medialen ‚Neuzeit‘ ist ein Wechsel von der zentral vertikalen Sender-Empfänger-Dualität zur individualisierten wie globalisierten Horizontal-Kommunität:
Die Installation The End of TV von Klaus Nicolai „spaltet“ das Fern-Seh-Medium in seine beiden grundlegenden Bestandteile Licht und Klang. Sie verbindet den Klang mit der Bewegung der Besucher im Raum.  Das im Raum 5 platzierte Luftrad von Justus Ehras vollzieht auf ironische Weise ein Saltomortale durch die Geschichte menschlicher Von-Sich-Fortbewegung zur leibhaftigen Präsenz im Hier und Jetzt: Das Treten auf dem Rad-Trainer wird im Bild-Interface zur virtuell-illusionären Fahrt, die bei entsprechender Tretgeschwindigkeit den Boden in Richtung Himmel verlässt …

Teil III: 02. – 24.09.2017
Reformation als bildkünstlerische Sphäre
Malerei, Grafik, Plastik, Objekte