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Der Blaue Salon

Meininger Mittwochsgesellschaft
16.05.2018
18:30 Uhr

Kooperation zwischen Thüringer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung/Fachbereich Polizei und Meininger Staatstheater

Programm 16.5.2018

 Vortrag

„Der Mensch liebt es nicht, gehasst zu werden".

Der Antisemitismus in der Beurteilung von Fritz Bernstein, dem gebürtigen Meininger, der vor 70 Jahren zu den Staatsgründern von Israel gehörte.

Christoph Gann

Buchautor, Vorsitzender der B.M. Strupp-Stiftung

Abstract

 

Der Antisemitismus ist in diesen Tagen wieder ein beachtetes Gesprächsthema. Vor einigen Monaten schloss sich die Bundesregierung der internationalen Definition von Antisemitismus der Internationalen Allianz für Holocaustgedenken an. Im Bund wird es einen Antisemitismusbeauftragten geben und auch in den Bundesländern wird über eigene Beauftragte nachgedacht.

Der in Meiningen geborene Fritz Bernstein, der vor 70 Jahren zu den Mitgründern des Staates Israel gehörte, veröffentlichte bereits im Jahr 1926 ein wichtiges Buch über den Antisemitismus als Gruppenerscheinung.

Er erkannte: „Es ist gleichgültig, wie die Juden sind, was sie tun und lassen. Da nicht wirkliche Mängel oder wirkliche Verfehlungen die Judenfeindschaft hervorrufen, ist es ein Irrtum, zu glauben, dass der Jude durch persönliche Qualitäten oder durch persönliche Leistungen diese Feindschaft besiegen könne."

Der Fremdheitsbegriff sei nicht geographisch bedingt, sondern ein Produkt der Gruppenerscheinungen: „Fremd ist nämlich der Mensch nicht, weil er von irgendwo herkommt, sondern weil er sich irgendwo befindet, und zwar innerhalb einer Gruppe, die nicht die seine ist."

Bei der Veranstaltung wird auf Fritz Bernsteins Werdegang und die Aktualität seines Buches eingegangen, welches 1933 auf den Listen für die Bücherverbrennung stand und von Albert Einstein als „klassisches Meisterwerk" gelobt wurde.